Hälst Du es für eher gefährlich oder ungefährlich für Jüdinnen und Juden in Deutschland religiöse Symbole wie Davidstern oder Kippa in der Öffentlichkeit zu tragen?

6 der Befragten vertraten die Meinung:
Weiß ich nicht, bzw. das kann ich nicht einschätzen / (abschließend) beurteilen


16 der Befragten halten es eindeutig oder eher für gefährlich, denn:
Angriffe in den letzten Jahren haben gezeigt, dass es gefährlich ist, öffentlich diese religiösen Symbole zu tragen und wie Äußerungen von Juden belegen.

24 der Befragten vertraten die Meinung – „sowohl als auch“, von Region zu Region, von Bezirk zu Bezirk, von Person zu Person, der man begegnet (verschiedene Beiträge):

  • Ich halte es nicht für gänzlich ungefährlich. Das ist das Erschütternde.
    und: Das macht ja auch zum Teil die „Unsichtbarkeit“ jüdischen Lebens aus.

  • Es wird aber auch vermutet, dass es in vielen Regionen ungefährlich ist, religiöse Symbole zu tragen, dagegen in vielen anderen Gegenden schon.

  • Wahrscheinlich ist es nicht nur von Region zu Region, sondern auch von Stadtteil zu Stadtteil unterschiedlich – ich habe gehört, dass viele Jüdinnen und Juden in Berlin beispielsweise ihre Kippa etc. nicht öffentlich sichtbar tragen, weil sie dies eher als gefährlich einschätzen, bzw. diese Erfahrung gemacht haben.

  • Gegenteilig wurde vermutet: in multikulturellen Großstädten wie Berlin oder Hamburg, fällt man vermutlich weniger auf als auf einem Dorf irgendwo in Ostdeutschland. In Regionen, wo Rechtsextremismus stärker vertreten ist, braucht es vermutlich etwas mehr Mut religiöse Symbole in der Öffentlichkeit zu tragen, da sie befürchten müssen, zur Zielscheibe von antisemitischen Reaktionen zu werden. Für manche Gruppierungen ist dieses Symbol ein Reizobjekt.

  • Ich denke persönlich kann es gefährlich sein, aber es ist ein wichtiges Statement des Selbstbewusstseins.

    6 Meinungen lauteten wie folgt:

  • Die überwiegende Mehrheit hat kein Problem damit.

  • Ich würde mir sehr wünschen, dass sie diese Symbole tragen können ohne Anfeindungen, so wie auch Kreuze in christlichen Hotels anzutreffen sind und man sie nicht herunterreißt etc.

  • Es verständlich, wenn Juden sich dieser Gefahr nicht aussetzen möchten. Gleichzeitig braucht es den Mut von möglichst vielen, sich davon nicht abschrecken zu lassen – und die Zivilcourage und Standfestigkeit von uns allen, um zu schützen, zu unterstützen sowie ein aktives und sichtbares Gegengewicht zu sein.

  • Ich habe mir schon mal überlegt, ob es eine gute Aktion wäre, dass alle Leute an einem Tag eine Kippa oder einen Davidsstern oder ein Kopftuch tragen – ein hohes Maß an gelebter Solidarität trägt zum Schutz von Minderheiten bei.

  • Ich finde es schrecklich, dass Menschen mit religiösen Symbolen gefährdet sind. Ich trage oft einen Davidstern, den ich in Jerusalem fand, an einer Halskette und bin noch nie darauf angesprochen worden

  • Jeder sollte seine religiöse Zugehörigkeit (dies gilt für alle Religionen) in der Öffentlichkeit erkennbar machen dürfen, ohne Anstoß zu erregen.
    Einschränkungen:
    ob als Lehrerin oder Lehrer, lasse ich offen oder bei der Ganzkörperverschleierung sehe ich eine gewisse Grenze.